Integration industrieller Abwärme in die Wärmeversorgung

Freiburg hat ein Ziel: klimaneutral bis 2035. Dafür baut Badenova Wärmeplus derzeit bestehenden Wärmenetze zu Wärmeverbundnetzen aus, um u.a. in großem Stil industrielle Abwärme für die Wärmeversorgung nutzen zu können. So auch im Wärmeverbund Freiburg-West. 

Herzstück des neuen Wärmeverbunds ist die neue Energiezentrale auf dem Gelände des Chemieunternehmens Cerdia im Industriegebiet Nord. Hier wird unvermeidbare Prozessabwärme mittels Wärmepumpen in Nutzenergie umgewandelt. 

Das Unternehmen Cerdia stellt verschiedene Produkte auf Zellulosebasis her, die unter anderem als Lebensmittelzusatzstoffe sowie in Tapetenkleber, Bauchemikalien, Farben, Lacke usw. verwendet werden. Dabei entsteht reichlich Abwärme, die nun für die Wärmeversorgung der Freiburger Stadtteile Landwasser, Lehen, Betzenhausen, Mooswald und Industriegebiet Nord genutzt werden kann.

In diesem 2-Minuten-Video von Umwelttechnik BW können Sie einen Blick in die Cerdia-Energiezentrale und ins Projekt werfen. Sehenswert! 

Die umfassende Automatisierung der Cerdia-Energiezentrale wurde mit unseren Lösungen realisiert – von der Lüftung und Kühlung des Gebäudes, über die Aggregate-Steuerung bis zur Regelung der Wärmeversorgung. 

Die übergeordnete Energiezentralenregelung übernimmt wie gewohnt unser SE2MASTER, ein SE2OPERATOR die lokale Visualisierung; zudem wurde die Energiezentrale auf das Wärmeverbundleitsystem (ebenfalls ein SE2OPERATOR) aufgeschaltet, sämtliche Zähler und untergelagerten Steuerungen an das Leitsystem angebunden.

Da für den Betrieb der Großwärmepumpen in der Cerdia-Energiezentrale eine nicht unerhebliche Menge Strom benötigt wird, haben wir zudem ein Gateway als Schnittstelle zur Stromnetz-Leitzentrale des örtlichen Stromversorgers implementiert. 

Weitere Energiezentralen werden durch Konfiguration statt aufwändige Programmierung in den Verbund integriert

Parallel dazu werden derzeit die bereits vorhandenen Wärmenetze und Erzeugungsanlagen im Netzgebiet technisch auf den neuesten Stand gebracht, um diese optimal in den Wärmeverbund integrieren zu können. Dafür wurden u.a. die beiden Heizzentralen in Landwasser modernisiert und mit einem SE2MASTER ausgestattet. Die beiden Heizzentralen sind in Zukunft vor allem zu Spitzenlastabdeckung vorgesehen.

Zudem haben wir, wie schon im Wärmeverbund Freiburg-Süd, eine Verbunddruckhaltung implementiert, um die Versorgungssicherheit zu maximieren

Grundsätzlich ist das Regelungssystem so aufgebaut, dass in Zukunft mehrere Verbundsysteme parallel laufen oder zusammengeschaltet werden können. Ebenso können weitere Energiezentralen bzw. Wärmenetze in den Verbund aufgenommen werden - und das lediglich durch Konfiguration. Das verkürzt die Projektlaufzeiten erheblich.

Denn - wie auf der Badenova-Website anschaulich dargestellt - ist der Wärmeverbund Freiburg-West nur ein Teil der Ausbaustrategie. Zu ihr gehört u.a. auch der Wärmeverbund Freiburg-Süd 

 

Kombinierte Produkte
in dieser Lösung:

SE²MASTER
Übergeordnete
Energiezentralenregelung

SE²OPERATOR
Zentrales
Wärmeleitsystem